Politik und Gesellschaft: Kinder wissen, „was Sache ist“ – Zutrauen in Politiker eher gering
Kinder sind in ihren gesellschaftlichen Bezügen keine „unbeschriebenen Blätter“. Vielmehr nehmen sie bewusst und sensibel ihre Umwelt war und bewerten die jeweiligen Vorgänge. Fragt man nach vorhandenen Ängsten, so verweisen etwas über 50% der Kinder auf Armut, auf kriegerische Auseinandersetzungen sowie auf schlechte Noten in der Schule. Ängste vor einer möglichen Arbeitslosigkeit der Eltern spielen bei 37% eine Rolle. Im Vergleich zu den Jugendlichen sind bei Kindern die gesellschaftlichen Risiken und der damit einhergehende Druck erst in einem geringeren Ausmaß spürbar. Bemerkenswerterweise haben Kinder aus der untersten Herkunftsschicht am häufigsten Angst vor schlechten Noten in der Schule (62%) und vor Arbeitslosigkeit der Eltern (55%). Kinder aus der Oberschicht artikulieren hingegen mit 59% am häufigsten Ängste vor Armut in Deutschland und mit 57% vor der Umweltverschmutzung.
72% der Kinder halten den Umgang mit Kindern in unserer Gesellschaft für gerecht oder eher gerecht. Vergleichbares gilt für den Umgang mit alten Menschen, den 69% der Kinder für gerecht oder eher gerecht halten. Den Umgang mit Behinderten empfinden 58% und den Umgang mit Ausländern 54% als gerecht.
Nur 27% der Kinder glauben, dass Politiker häufig an Kinder denken und sich überlegen, was sie dafür tun müssen, dass es Kindern gut geht. Bei Kindern der unteren Bildungsschichten ist die Skepsis gegenüber der Politik noch größer.
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