Kinder als kompetente Akteure
Kinder verfügen nicht nur über besondere Lernkompetenzen sondern haben in Abhängigkeit vom Alter und individuellem Entwicklungsstand auch differenzierte und eigenständige Gestaltungsansprüche. Kompetente Kinder profitieren von einem stabilen häuslichen Umfeld, in dem zum Beispiel die Eltern berufstätig sind, für die Kinder aber verlässliche Formen der Betreuung sowie genügend gemeinsame Zeit in der Familie zur Verfügung stehen. Sie erhalten kontinuierlich Anregungen für eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung und ihre Umwelt bietet ihnen die Möglichkeit zu lernen, dass ihre eigene Meinung von Bedeutung ist und ihre Bedürfnisse ernst genommen werden. Sie nutzen bereits frühzeitig unterschiedliche Aktivitätsangebote und beziehen sich offensiv auf Lebenswelten außerhalb der Familie. Die Idee eines Schonraumes, der den Kindern zusteht, ehe der „Ernst des Lebens“ beginnt, ist da wenig hilfreich. Wichtiger ist, die Umwelten so zu gestalten, dass sich Kinder einbringen und entfalten können. Insbesondere hieran bemisst sich, wie kinderfreundlich eine Gesellschaft ist.
Begeisterungsfähigkeit ist eine der herausragenden und produktivsten Eigenschaften von Kindern in dieser Entwicklungsetappe. Umso bedauerlicher finden es die Autoren, wie wenig Wert in unserer Gesellschaft noch immer darauf gelegt wird, diese natürliche Kompetenz von Kindern zu nutzen und die Angebote auch daran auszurichten. Kinder sind eigenständige Akteure, die besondere Interessen haben und ihre eigenen Zugänge finden müssen. Kinder brauchen hierfür Regeln und verbindliche Strukturen, um sich zu orientieren, sowie Vorbilder, um am Modell lernen zu können. Genauso dringlich brauchen sie aber auch persönliche Wertschätzung und Gestaltungsspielräume. Sie entfalten ihre Potentiale am besten, wenn sie aktiv einbezogen werden, ihre Belange vortragen und zu Gehör bringen können und darüber hinaus dazu ermutigt werden, selbständig Entscheidungen zu treffen.
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