Familie heute hat viele Gesichter
Die Familie stellt für Kinder einen elementaren Bezugspunkt und die primäre Sozialisations- instanz dar. Sie basiert auf engen und emotional gewachsenen persönlichen Beziehungen. Familie bietet im Normalfall Rückhalt, Schutz und Sicherheit und bleibt als „Heimathafen“ auch dann bestehen, wenn im Prozess des Aufwachsens andere Sozialisationsinstanzen, wie etwa Schule, sonstige institutionelle Umwelten sowie der Freundeskreis, immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Die heutigen Familien können allerdings sehr unterschiedliche Formen annehmen. Fast ein Viertel der befragten Kinder im Alter von 8 bis 11 Jahren wächst nicht zusammen mit beiden leiblichen Elternteilen auf. 17% leben bei einem alleinerziehenden Elternteil und weitere 6% zusammen mit einem Stiefelternteil. In einer klassischen Kernfamilie zusammen mit den miteinander verheirateten Eltern leben 70% der Kinder.
Noch wichtiger sind die Veränderungen, die sich hinsichtlich der Erwerbsbeteiligung der El- tern vollzogen haben. Mit 42% lebt inzwischen nur noch die Minderheit der Kinder im Alter von 8 bis 11 Jahren in einer traditionellen „Ein-Mann-Verdiener“-Familie. Bei 45% sind beide Elternteile oder das alleinerziehende Elternteil regelmäßig erwerbstätig (25% Vollzeit und Teilzeit oder beide Eltern Teilzeit, 10% beide Eltern Vollzeit, 10% alleinerziehend und in Vollzeit oder Teilzeit). 8% der Kinder leben bei arbeitslosen Elternteilen und weitere 5% in Familien, in denen beide Elternteile aus sonstigen Gründen keiner regelmäßigen Erwerbstätigkeit nachgehen.
Das Familienklima beschreiben die Kinder als eher ruhig und wenig konfliktträchtig. Auch sind sie mit den eingeräumten Freiheiten größtenteils zufrieden. Je niedriger die Schicht, desto größer erscheint allerdings das Streitpotential und die Unzufriedenheit.
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